Afrikanische Einwanderer gewinnt mehr als 300 Millionen euro mit der Lotterie

24 Millionen Gewinne über insgesamt 2,2 Milliarden Euro werden bei der größten Lotterie der Welt ausgeschüttet. Die Hauptpreise gehen aber alle an Glückliche, die ihre Lose in einem Kiosk in Roquetas de Mar im Süden Spaniens gekauft haben. Jetzt feiert die ganze Stadt.

Es hätten sogar noch mehr sein können: In der 90.000-Einwohner-Stadt Roquetas de Mar gab der Kioskbesitzer José Martín 24 Lose an die Lotteriegesellschaft LAE zurück, weil er sie nicht verkaufen konnte. 96 Millionen Euro aus dem Hauptgewinn fallen deshalb an den spanischen Staat.

Trotzdem schaffte es Martín, 136 ganze Lose mit der Gewinnnummer 79 140 loszuwerden und damit insgesamt 544 Millionen Euro unter die Leute zu bringen.

Lotto als Fernsehereignis

Die Ziehung wird live im spanischen Fernsehen übertragen - und die Lotterie macht es spannend: Zuerst werden immer die niedrigen Preise verkündet. Kinder singen die Ziffern. Das Ganze zieht sich, doch das stört niemanden. Manche Spieler basteln sich fantasievolle Kostüme oder bringen überdimensionale Lose mit ihrer Gewinnnummer mit.

Als schließlich im Opernhaus Teatro Real in Madrid der Hauptgewinn "El Gordo" ("Der Dicke") gezogen wurde, sorgte das für Begeisterungsstürme in Roquetas de Mar.

Vor dem Kiosk versammelten sich mehrere glückliche Gewinner und köpften eine Flasche Sekt. "Ich bin sehr glücklich und gratuliere allen Gewinnern", sagte Bürgermeister Gabriel Amat der Zeitung "Voz de Almería". Die Provinz hat mit einer Arbeitslosenquote von 31 Prozent eine der höchsten in ganz Spanien. Unter den Gewinnern ist auch ein afrikanischer Migrant, der sein Glück zunächst kaum fassen konnte.

Schulkinder sorgen für Verbreitung des Hauptgewinns

Üblicherweise sind die Hauptgewinne auf mehrere Verkaufsstellen verteilt. Davon, dass es diesmal nur die eine in Roquetas de Mar war, profitierten auch Schulkinder aus dem benachbarten Laujar de Andarax mit seinen gerade einmal 1600 Einwohnern. Sie kauften fast die Hälfte aller Lose und verkauften sie an Verwandte und Nachbarn weiter, um Geld für einen Schulausflug zu sammeln.

"Bisher waren die Ausflüge nach Italien gegangen, aber nun werden die Schüler wohl nach Miami reisen können", berichtete die Bürgermeisterin Almudena Morales der Nachrichtenagentur Europa Press. "Hier im Dorf haben fast alle Bewohner etwas gewonnen."

Kiosk-Betreiber muss weiterarbeiten

Der Betreiber des Lotterie-Ladens in Roquetas de Mar kaufte selbst keines seiner Lose. Er sei aber froh, dass er so vielen Leuten einen Gewinn beschert habe, sagte José Martín dem spanischen Fernsehen. "Ich bin sehr glücklich, weil es so gut verteilt ist, vor allem unter Arbeitern."

Anders als in Deutschland müssen die Spanier ihren Lotteriegewinn allerdings noch mit 20 Prozent versteuern, wenn er höher als 2500 Euro ausfällt. Doch das dürfte für die meisten nun das geringste Problem sein.


Dec 24, 2015

Home | Lesen Sie andere Nachrichten