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Die Wunderwaffe, mit der Spanien seine Bankenkrise bekämpfen will, heißt „Sareb“

SPANIEN LIVE - Die Wunderwaffe, mit der Spanien seine Bankenkrise bekämpfen will, heißt „Sareb“.

Dies ist der Name der neuen, vom Staat gegründeten Bad Bank, in welche die wankenden Geldinstitute des Landes ihre faulen Immobilienwerte abschieben sollen. Eine Art Altlasten-Verwertungsgesellschaft für schlecht gewordene Bankwerte. Sareb hat den Auftrag, den durch riskante Immobilienoperationen in Schieflage geratenen Banken ihre Verlust bringenden Objekte abzukaufen und diese auf dem freien Markt zu Dumpingpreisen zu verscherbeln.

Mehr als 100.000 Immobilienobjekte sollen der Sareb, Spaniens neuem Immobilienfriedhof, überschrieben werden. Zunächst von jenen vier Geldhäusern, die mit öffentlichen Milliardenhilfen vor der Pleite gerettet und verstaatlicht werden mussten: Die Großbank Bankia sowie die regionalen Geldhäuser CatalunyaCaixa, Banco de Valencia und Novagalicia Banco. Der EU-Rettungsfonds muss allein diesen vier Banken mit mindestens 37 Milliarden Euro unter die Arme greifen, weil das verschuldete Spanien die Stützaktion allein nicht finanzieren kann. Auch die Bad Bank wird vom Rettungsschirm mit 2,5 Milliarden Euro gepolstert.

Schwemme von Immobilienangeboten lässt die Preise sinken - Das Ende des Ausverkaufs ist noch nicht in Sicht

Für potentielle Immobilienkäufer in Spanien lautet die gute Nachricht, dass im Zuge dieser Bad-Bank-Operation die Preise für Wohnungen, Häuser und Grundstücke auf der iberischen Halbinsel weiter purzeln werden. Auch wenn es sich bei den Bad-Bank-Objekten nicht um Ferienimmobilien, sondern meist um unattraktive Wohnungen in Trabantensiedlungen oder weit ab in der Provinz handelt. Oder sogar um Bauruinen, die vom Käufer erst noch fertiggestellt werden müssen. Doch die Schwemme von Sonderangeboten dürfte am Markt, der ohnehin unter Druck steht, den allgemeinen Abwärtstrend verstärken.

Seit Beginn des Immobiliencrashs im Jahr 2007 sind spanische Immobilien bereits im Schnitt um mehr als 30 Prozent billiger geworden. Marktexperten gehen davon aus, dass am Ende des Preisrutsches viele Objekte in Spanien nur noch die Hälfte dessen kosten werden, was auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms, der in den Jahren 2005/2006 ihren Gipfel erreichte, kassiert wurde. Das gilt auch für die Mittelmeerküste, wo sich vor allem ausländische Interessenten umschauen, und wo bei Ferienimmobilien bereits viele Schnäppchen locken.

Banken und Bauherren sitzen auf mehr als einer Million neuer Wohnungen und Häuser - Auch viele Privateigentümer wollen verkaufen

Spaniens neue Abwicklungsbank, die vom Staat und privaten Investoren finanziert wird, soll den maroden Banken ihre „giftigen“ Immobilien zum Tiefstpreis, im Schnitt etwa für ein Drittel des aktuellen Wertes, abnehmen. Die klamm gewordenen Banken werden so auf einen Schlag ihre allerschlimmsten Altlasten los und können ihre schiefen Bilanzen bereinigen. Die Abwicklungsanstalt soll den gigantischen Immobilienpark mit großen Preisnachlässen an Privatleute oder auch Großinvestoren vermarkten.

Nach 15 Jahren soll dieser Immobilienberg abgewickelt sein und für die Auffangbank, so der fromme Wunsch, sogar ein Gewinn rausspringen. Die Sareb, sagt Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos, „ist unser mächtigstes Instrument, um den Finanzsektor zu sanieren“. Die Zukunft wird zeigen, ob dieser Rettungs-Plan aufgeht. Experten warnen davor, dass sich Investoren aus der Immobilienhalde nur die Gewinn versprechenden Rosinen herauspicken könnten. Unverkäufliches müsse vielleicht sogar abgerissen werden.

Fraglich ist auch, ob die Kapazität der Bad Bank ausreicht: Die Kapitalgrenze wurde zunächst auf 90 Milliarden Euro festgesetzt. Die wackelnden Banken haben aber nach Angaben der Zentralbank faule Werte von mindestens 180 Milliarden im Keller. Und der Bestand neuer, unverkaufter Immobilien in der Hand von Banken und Bauherren wird auf rund 1,5 Millionen geschätzt.

Hinzu kommen auf dem Markt auch noch schätzungsweise drei Millionen leer stehende Wohnungen und Häuser im Besitz von Privatleuten, die ebenfalls Käufer suchen. Das Angebot ist also groß – und die Zeiten für Interessenten sind gut, um üppige Abschläge auszuhandeln.


May 17, 2014

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