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Tausende Spanier demonstrieren gegen Sparpolitik

Tausende Spanier haben in Madrid gegen den Sparkurs der konservativen Regierung demonstriert. Mehr als 1000 Polizisten hatten das Parlamentsgebäude bereits vor der Kundgebung abgeriegelt. Die aufgebrachte Menge sammelte sich auf einem nahe gelegenen Platz und skandierte "Raus mit euch" und "Ihr vertretet uns nicht" in Richtung des Parlaments.

Ein geplanter Marsch zum Parlament mündete am Abend dann in teils gewaltsamen Auseinandersetzungen. Beamte gingen mit Schlagstöcken und Gummigeschossen gegen Demonstranten an der Spitze des Marsches vor, die Menge riss Barrikaden nieder und warf mit Flaschen und Steinen auf die Polizisten. Der Großteil der Demonstranten blieb jedoch friedlich.

Mehr als 60 Verletzte

Bei den Zusammenstößen sollen nach Behördenangaben mehr als 60 Menschen verletzt worden sein, darunter 27 Sicherheitskräfte. Etwa 30 Demonstranten seien vorläufig festgenommen worden. Nach Mitternacht vertrieb die Polizei die letzten Protestierer.

Die Angaben zu den Teilnehmerzahlen varieren erheblich. Während die Behörden von etwa 6000 Teilnehmern sprechen, behaupten die Aktivisten, mindestens zehntausende Menschen in der spanischen Hauptstadt mobilisiert zu haben. Auch in Barcelona und Sevilla kam es zu kleineren Demonstrationen mit mehreren hundert Teilnehmern. Der Aufruf zu den Demonstrationen war auch über soziale Netzwerke verbreitet worden.

Wahlversprechen gebrochen?

Unter dem Motto "Occupy Congress" fordern die Demonstranten ein Ende der harten Sparmaßnahmen, mit denen die konservative Regierung seit neun Monaten versucht, das Haushaltsdefizit unter Kontrolle zu bringen und das Vertrauen der Anleger in das Land wieder herzustellen. Die Organisatoren der Protestaktion erklärten, die Sparmaßnahmen zeigten, dass die regierende Volkspartei den Menschen im vergangenen Jahr falsche Versprechungen gemacht habe, um gewählt zu werden. Bereits am 15. September hatten Zehntausende Menschen auf einer Kundgebung der Gewerkschaften gegen die Sparpolitik demonstriert.

Spanien kämpft derzeit gegen die zweite Rezession in drei Jahren und eine Arbeitslosenquote von knapp 25 Prozent. Die Regierung in Madrid hat eine Reihe von Sparmaßnahmen und wirtschaftliche Reformen eingeführt, um das Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 6,3 Prozent und 2013 auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken.


Sep 26, 2012

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